Serbische Pluraldeklination: ein Fall, eine Endung
Wenn du als deutsche Muttersprachlerin oder Muttersprachler Serbisch lernst, kennst du Fälle bereits: Du beugst „der Mann – des Mannes – dem Mann“ ganz selbstverständlich. Serbisch hat sieben Fälle, aber im Plural wartet eine angenehme Überraschung: Statt jeden Fall einzeln zu lernen, teilen sich gleich drei Fälle dieselbe Endung. Damit ist die Mehrzahl oft leichter zu beherrschen als der Singular. Das Herzstück ist die sogenannte Synkretismus-Regel: Im Plural sind Dativ, Instrumental und Lokativ vollkommen identisch. Sie fallen zu einer einzigen Endung zusammen. Bei den meisten Substantiven (maskulin und neutral) lautet sie -ima: „u gradovima“ (in den Städten), „sa prijateljima“ (mit Freunden), „ljudima“ (den Menschen). Bei femininen Substantiven auf -a heißt die Endung -ama: „ženama“ (den Frauen), „knjigama“, „rukama“. Der Vokal richtet sich also einfach nach dem Substantiv – das Prinzip bleibt dasselbe. Während du im Deutschen Dativ und Co. mühsam auseinanderhältst, kannst du dir im serbischen Plural drei Fälle als eine Form merken. Der auffälligste Fall ist der Genitiv Plural. Maskuline und neutrale Substantive enden auf -a: „mnogo gradova“ (viele Städte). Viele feminine -a-Substantive verlieren dagegen die Endung und stehen im bloßen Wortstamm: „pet žena“ (fünf Frauen). Den Genitiv Plural brauchst du für „von“, für Mengenangaben und nach vielen Zahlwörtern. Manchmal taucht ein flüchtiges a (непостојано а) auf, um Konsonantenhäufungen aufzubrechen: „sestra → sestara“, „pismo → pisama“. Merke dir das vorerst nur am Rande. Einen Stolperstein gibt es: Verleite dich nicht dazu, im Plural für jeden Fall eine eigene Form zu erfinden. Eine falsche Bildung wie „u gradovih“ gibt es nicht – richtig heißt es immer „u gradovima“. Achte außerdem darauf, -ima und -ama nicht zu verwechseln: -ama gehört zu den femininen -a-Wörtern, -ima zum Rest. Ein schönes Beispiel, das beides verbindet: „sa prijateljima kroz mnogo gradova“ (mit Freunden durch viele Städte) – Instrumental auf -ima und Genitiv auf -a in einem Satz. Auch „ženama i ljudima“ zeigt, wie -ama und -ima friedlich nebeneinanderstehen.
Beispiele
- sa prijateljima with friends
- u gradovima in the cities
- mnogo gradova many cities
Die ganze Lektion
Alles aus dem Video, als Text.
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Die Fälle im Singular hast du schon geschafft. Jetzt kommt der Plural, und die gute Nachricht: Der Plural ist sogar einfacher.
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Im Singular hat jeder Fall seine eigene Endung. Im Plural teilen sich mehrere Fälle eine Endung, also musst du dir weniger merken. Hier ist die große Abkürzung.
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Hier ist sie. Drei verschiedene Fälle — Dativ, Instrumental und Lokativ — fallen im Plural zu einer einzigen Endung zusammen. Bei den meisten Substantiven ist das -ima.
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Statt drei Endungen für diese drei Fälle lernst du also nur eine. Dasselbe -ima deckt mit den Freunden, in den Städten und den Kindern ab. Eine Endung, drei Aufgaben.
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Sieh es in Aktion. Instrumental Plural: etwas gemeinsam mit Menschen tun. sa prijateljima
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Gleiche Endung, anderer Fall. Lokativ Plural: wo etwas geschieht. u gradovima
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Und der Dativ Plural: wem man etwas gibt. Beachte: Es ist immer noch dieselbe Endungsfamilie. ženama i ljudima
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Eine kleine Anmerkung. Weibliche Substantive auf -a nehmen für genau diese drei Fälle -ama statt -ima. Männer werden also zu ljudima, Frauen aber zu ženama. Gleiche Idee, nur der Vokal passt sich dem Substantiv an.
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Jetzt der eine Pluralfall, der wirklich heraussticht: der Genitiv, gebraucht für von, für Mengen und nach vielen Zahlen. Bei männlichen und sächlichen Substantiven endet er auf -a.
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Du begegnest ihm ständig bei Mengen. Viele Städte: Das Substantiv steht im Genitiv Plural. mnogo gradova
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Weibliche Substantive sind hier anders. Viele verlieren die Endung ganz und enden auf dem nackten Stamm — das ist der Genitiv Plural žena, der Frauen. pet žena
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Reihen wir den ganzen Plural auf, damit du siehst, wie wenig es wirklich ist. Für ein Substantiv wie grad, Stadt, hier die Pluralendungen, die geteilten zusammengefasst.
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Hier ist die Falle. Versuch nicht, alle Pluralfälle getrennt zu halten wie im Singular. Wenn du eine eigene Lokativform erfindest, machst du dir zu viel Arbeit: Der Lokativ ist nur die -ima-Form, die du schon kennst.
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Bau es in einen Satz und spür, wie natürlich es wird: Ich bin mit Freunden durch viele Städte gereist. putovao sam sa prijateljima kroz mnogo gradova
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Merke dir: Der Plural teilt seine Endungen, ist also leichter als der Singular. Stütz dich auf -ima für drei Fälle auf einmal, und achte auf den Genitiv — er ist der, der heraussticht.