Serbisch: „da“ + Präsens als Ersatz für den Infinitiv
Im Deutschen hängen wir nach „wollen“, „müssen“ oder „können“ einfach einen Infinitiv an: „ich will gehen“, „ich muss arbeiten“. Das Serbische macht es im Alltag anders: Statt des Infinitivs verwendet es meist „da“ + Präsens. Aus dem etwas buchsprachlichen „Hoću ići“ wird also das natürliche „Hoću da idem“ (ich will gehen), und aus „Moram raditi“ wird „Moram da radim“ (ich muss arbeiten). Das Verb nach „da“ ist eine echte, konjugierte Präsensform und richtet sich in Person und Zahl nach seinem Subjekt. Die wichtigste Regel betrifft das Subjekt. Sind das Subjekt des Hauptverbs und das Subjekt des Präsens gleich, ist der Infinitiv noch möglich, aber „Hoću da idem“ klingt viel lebendiger. Sind die Subjekte verschieden, ist der Infinitiv ausgeschlossen — dann muss „da“ + Präsens stehen. Deshalb bedeutet „Hoću da ideš“ so viel wie „ich will, dass du gehst“: Das Präsens richtet sich nach der zweiten Person. Genau hier denken Deutschsprachige an einen „dass“-Satz — und genau diese Rolle übernimmt im Serbischen „da“ + Präsens. „Hoću ići ti“ ist falsch; korrekt ist nur „Hoću da ideš“. Die Konstruktion erscheint nach den Verben, die Sie ständig brauchen: hteti (wollen), morati (müssen), moći (können), trebati (sollen), željeti (wünschen). Sehen Sie, wie das Präsens durch die Personen wandert: da idem, da ideš, da ide, da idemo, da idete, da idu. Sie trägt auch Rat und milde Pflicht — „Treba da učiš“ (du solltest lernen) — sowie Erlaubnis — „Možeš da dođeš sutra“ (du kannst morgen kommen). Merken Sie sich: statt Infinitiv „da“ + Präsens, das Präsens an das Subjekt angleichen, und bei verschiedenen Subjekten ist „da“ + Präsens Pflicht.
Beispiele
- Hoću da idem. I want to go.
- Hoću da ideš. I want you to go.
- Treba da učiš. You should study.
Die ganze Lektion
Alles aus dem Video, als Text.
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Hoću ići ist korrekt, klingt aber wie aus einem alten Buch. Beim Sprechen sagen wir etwas ganz anderes.
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Im Serbischen ersetzt man den Infinitiv sehr oft durch die Konstruktion da plus Präsens. In der Alltagssprache ist sie die natürliche Wahl nach Verben wie hteti, morati und moći.
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So sieht das aus. Den Infinitiv ići machen wir zu da idem. Das Hauptverb bleibt gleich, das zweite Verb steht im Präsens und richtet sich nach dem Subjekt in Person und Zahl.
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Fangen wir ganz einfach an. Nach dem Verb hteti sagen wir natürlich: Hoću da idem.
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Genauso nach morati. Das zweite Verb steht im Präsens und passt sich dem Subjekt an: Moram da radim.
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Da sich das Präsens nach dem Subjekt richtet, ändert sich die Form nach da je nach Person. Beim Verb ići sieht das so aus: da idem, da ideš, da ide, da idemo, da idete, da idu.
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Jetzt das Wichtigste. Das Subjekt des Hauptverbs und das des Präsens müssen nicht gleich sein. Sind sie gleich, sagst du hoću da idem — ja hoću, ja idem. Soll aber jemand anderes etwas tun, richtet sich das Präsens nach dieser anderen Person.
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So klingt es, wenn jemand anderes etwas tun soll. Ja hoću, aber ideš ti: Hoću da ideš.
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Und genau hier gilt die Schlüsselregel. Bei verschiedenen Subjekten geht der Infinitiv nicht — du musst da plus Präsens nehmen. Du kannst nicht hoću ići ti sagen; richtig ist nur hoću da ideš.
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Die Konstruktion trägt auch einen Rat oder eine leichte Pflicht. Nach dem Verb trebati sagen wir: Treba da učiš.
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Auch nach moći für Erlaubnis oder Möglichkeit kommt da plus Präsens: Možeš da dođeš sutra.
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Noch eine Kleinigkeit. Bei gleichen Subjekten ist der Infinitiv zwar korrekt, klingt aber formell und buchhaft. Im Gespräch wirkt da plus Präsens natürlicher — wähle also hoću da idem statt hoću ići.
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Merke dir: statt des Infinitivs nimm da plus Präsens, richte das Präsens nach dem Subjekt, und bei verschiedenen Subjekten ist da plus Präsens Pflicht.