Adjektive in den serbischen Fällen deklinieren
Im Serbischen richtet sich das Adjektiv nach seinem Substantiv – in Geschlecht, Zahl und Fall. Für uns im Deutschen ist dieser Gedanke vertraut: Auch wir deklinieren Adjektive nach dem Fall („eine große Stadt“, „in der großen Stadt“). Das Prinzip kennst du also schon, nur die Endungen sind andere und müssen separat gelernt werden. Die Kernregel lautet: Sobald das Substantiv eine Fallendung bekommt, bekommt das davorstehende Adjektiv die passende Endung ebenfalls. Beide werden als Paar dekliniert. In der Grundform (Nominativ, die Wörterbuchform) heißt es `veliki grad` („eine große Stadt“). Willst du aber „in der großen Stadt“ sagen, wechselst du in den Lokativ, und beide Wörter ändern sich: `u velikom gradu`. Beachte: Nicht nur das Substantiv wird dekliniert, sondern auch das Adjektiv – aus `veliki` wird `velikom`. Schauen wir uns weitere Beispiele an. Im Femininum im Akkusativ sagt man `Vidim veliku kuću.` („Ich sehe ein großes Haus.“) – Adjektiv und Substantiv tragen beide die Akkusativendung. Im Maskulinum im Genitiv: `iz starog grada` („aus der alten Stadt“). Noch ein Akkusativbeispiel im Femininum: `Imam novu kolu.` („Ich habe ein neues Auto.“). Und im Instrumental im Maskulinum: `sa dobrim prijateljem` („mit einem guten Freund“). Der häufigste Fehler, vor dem du dich hüten solltest: das Substantiv zu deklinieren, das Adjektiv aber im Nominativ stehen zu lassen. FALSCH: `u veliki grad`. RICHTIG: `u velikom gradu`. Das Adjektiv bleibt nie in der Wörterbuchform, wenn das Substantiv in einem anderen Fall steht. Stell dir die beiden Wörter als ein Team vor, das immer gemeinsam auftritt. Einige Feinheiten sind erwähnenswert. Im Maskulinum unterscheidet der Akkusativ zwischen belebt und unbelebt: Bei belebten Substantiven sieht der Akkusativ wie der Genitiv aus – `Vidim velikog psa` („Ich sehe einen großen Hund“). Der Lokativ hat dieselbe Form wie der Dativ. Achte außerdem auf das „flüchtige a“: `dobar` wird zu `dobrog` und `dobrim` – das „a“ fällt weg. Und das Serbische unterscheidet eine bestimmte (lange) und eine unbestimmte (kurze) Adjektivform. Wenn du dir die Grundregel merkst – das Paar wird gemeinsam dekliniert –, hast du das Wichtigste verstanden.
Beispiele
- u velikom gradu in the big city
- Vidim veliku kuću. I see a big house.
- iz starog grada from the old town
Die ganze Lektion
Alles aus dem Video, als Text.
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Das ist der Fehler, der fast jeden Lernenden verrät: Du beugst das Nomen nach dem Fall, lässt das Adjektiv aber in seiner Grundform stehen.
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Du weißt schon, dass Nomen ihre Endung nach dem Fall ändern. Der Kern heute: Das Adjektiv vor dem Nomen muss sich mitändern. Sie bewegen sich als Paar.
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Ein Adjektiv stimmt schon im Geschlecht überein. Jetzt kommt die zweite Aufgabe dazu: Es trägt auch den Fall. Ein Adjektiv muss also in Geschlecht, Zahl und Fall zugleich zum Nomen passen.
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Fang mit der Grundform an, dem Nominativ. Eine große Stadt heißt veliki grad. Hier stehen beide Wörter in ihrer Grundform.
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Setz es jetzt in einen Satz, der den Lokativ braucht: in der großen Stadt. Das Nomen wird zu gradu, und schau, das Adjektiv ändert sich auch, zu velikom. Beide Endungen ändern sich zusammen.
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Jetzt ein direktes Objekt. Ich sehe ein großes Haus. Haus ist weiblich, im Akkusativ wird es also kuću, und das Adjektiv folgt in den weiblichen Akkusativ: Vidim veliku kuću.
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Probier den Genitiv, den Fall von und aus. Aus der Altstadt heißt iz starog grada. Das Adjektiv nimmt die Genitivendung starog, direkt neben dem Nomen.
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Es klappt mit jedem Adjektiv, nicht nur mit der Größe. Bei einem neuen Auto ist das Nomen weiblich, ein neues Auto im Akkusativ ist also novu kolu.
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Und es greift bei Präpositionen, die einen Fall verlangen. Mit einem guten Freund braucht den Instrumental, und wieder ändern sich beide Wörter: sa dobrim prijateljem.
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Das ist die Falle. Man beugt das Nomen, lässt das Adjektiv aber im Nominativ erstarren. In der großen Stadt heißt nicht u veliki grad mit verlassenem Adjektiv. Es heißt u velikom gradu.
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Eine einfache Gewohnheit löst das dauerhaft. Beug das Nomen nicht allein. Beug den ganzen Ausdruck als Einheit, Adjektiv und Nomen zusammen, und lass beide Endungen im selben Fall landen.
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Also merk dir: Das Adjektiv trägt immer den gleichen Fall wie sein Nomen. Stimm Geschlecht, Zahl und Fall ab und beug den Ausdruck als Paar. Dann klingen beschriebene Nomen in jedem Fall richtig.