Pronomen

Serbische Possessivpronomen: moj, tvoj, njegov und die anderen

Niveau A1 Pronomen
Kernidee

Wenn Sie auf Serbisch sagen möchten, dass etwas Ihnen oder jemand anderem gehört, brauchen Sie die Possessivpronomen. Es gibt sieben Stück: moj (mein), tvoj (dein), njegov (sein), njen (ihr), naš (unser), vaš (euer bzw. Ihr) und njihov (ihr, im Sinne von mehreren Besitzern). So weit ist das übersichtlich. Der entscheidende Punkt – und genau hier lohnt sich Aufmerksamkeit – ist die Frage, wonach sich die Endung richtet. Merken Sie sich diese Regel: Das serbische Possessivpronomen richtet sich nach dem Geschlecht der besessenen Sache, nicht nach dem Besitzer. Es passt sich in Geschlecht, Zahl und Fall an das Bezugswort an, also an das Substantiv, das danach kommt. Das Pronomen verhält sich dabei wie ein Adjektiv. Schauen wir uns das an moj an. Vor einem männlichen Substantiv bleibt es moj: moj brat (mein Bruder). Vor einem weiblichen Substantiv bekommt es die Endung -a: moja sestra (meine Schwester). Vor einem sächlichen Substantiv endet es auf -e: moje. Dasselbe Muster (-a / -e) gilt für tvoj, njegov, njen, naš, vaš und njihov. Für Sie als Deutschsprachige ist die Grundidee vertraut: Auch im Deutschen richtet sich das Possessivpronomen nach dem Substantiv – mein Bruder, meine Schwester. Dieses Angleichen an das Bezugswort fällt deutschen Lernenden deshalb meist leicht. Achten Sie aber auf zwei Unterschiede. Erstens markiert das Serbische die Anpassung über die Endungen -a und -e und zusätzlich über den Fall, während das Deutsche das über Artikel und Wortendungen löst. Zweitens unterscheidet das Deutsche sein und ihr nach dem Besitzer – und genau das tut das Serbische auch: njegov (sein) und njen (ihr). Hier kommt aber die feine Pointe: Bei njen muž (ihr Mann) bleibt das Pronomen njen, weil der Besitzer weiblich ist – seine Form aber folgt dem Wort muž, das männlich ist. Besitzer und Bezugswort werden also getrennt behandelt. Der häufigste Fehler ist die falsche Angleichung an das Geschlecht des Besitzers. Wer denkt „ich bin männlich, also moj“, schreibt fälschlich moj sestra. Richtig ist moja sestra, weil sestra weiblich ist. Lassen Sie sich nicht vom Sprecher leiten, sondern immer vom Substantiv. Wenn Sie sich das Bezugswort zuerst ansehen und dann die Endung wählen, treffen Sie fast immer die richtige Form.

Beispiele

  • moj brat my brother
  • moja sestra my sister
  • njen muž her husband

Die ganze Lektion

Alles aus dem Video, als Text.

  1. moj · tvoj · njegov

    Possessivpronomen

    Ein Mann sagt über seine Schwester moja sestra, nicht moj. Warum die weibliche Form? Weil sich das Possessiv im Serbischen nicht nach dem Besitzer richtet, sondern nach dem Besessenen.

  2. moj, tvoj, njegov, njen, naš, vaš, njihov — wem etwas gehört.

    Possessiva sagen, wem etwas gehört. Hier sind alle sieben: moj, tvoj, njegov, njen, naš, vaš und njihov.

  3. ko poseduje

    ja moj
    ti tvoj
    on / ona njegov / njen
    mi / vi naš / vaš
    oni njihov

    Moj heißt mein, tvoj dein, njegov sein, njen ihr, naš unser, vaš euer, njihov ihr. Vaš ist auch die Höflichkeitsform für eine Person, die man siezt.

  4. Richtet sich nach dem Besessenen, nicht dem Besitzer.

    Jetzt das Wichtigste. Im Serbischen richtet sich das Possessiv im Geschlecht nach dem Nomen, das es beschreibt. Nicht nach dem Besitzer, sondern nach dem Besessenen.

  5. moj — po rodu

    muški rod moj
    ženski rod moja
    srednji rod moje

    Die Form folgt dem Genus des Nomens. Maskulinum bleibt — moj. Femininum bekommt -a — moja. Neutrum bekommt -e — moje.

  6. moj brat

    Maskulinum

    Los geht's. Brat, Bruder, ist maskulin, also bleibt moj in der Grundform: moj brat

  7. moja sestra

    Femininum -a

    Sestra, Schwester, ist feminin, also wird moj zu moja — auch wenn ich ein Mann bin. Entscheidend ist das Genus des Nomens. moja sestra

  8. moje dete

    Neutrum -e

    Und dete, Kind, ist neutrum, also wird moj zu moje, mit der Endung -e: moje dete

  9. tvoja knjiga

    tvoj → tvoja · Femininum

    Gleiches Prinzip bei tvoj. Vor dem femininen Nomen knjiga, Buch, wird es tvoja. Die Endung folgt immer dem Genus des Nomens. tvoja knjiga

  10. njegov sin

    Besitzer männlich · sin maskulin

    Jetzt njegov und njen. Njegov heißt sein — der Besitzer ist männlich. Sin, Sohn, ist maskulin, also bleibt es njegov: njegov sin

  11. njen muž

    Besitzerin weiblich · muž maskulin

    Njen heißt ihr — die Besitzerin ist weiblich. Aber muž, Ehemann, ist maskulin, also njen: es folgt muž, nicht ihr. Das Nomen ändert die Endung, nicht der Besitzer. njen muž

  12. naš grad

    naš / vaš / njihov · maskulin

    Und Besitzer im Plural. Mit dem Nomen grad, Stadt, das maskulin ist, sagst du: naš grad

  13. moj sestra Kongruenz mit dem Besitzer
    moja sestra Kongruenz mit dem Nomen — feminin

    Richte das Pronomen nicht nach dir — sondern nach dem Genus des besessenen Nomens.

    Hier der häufigste Fehler. Ein Mann denkt ich bin männlich und sagt moj sestra. Aber sestra ist feminin: es muss moja sestra heißen. Das Genus des Nomens entscheidet, nicht du.

  14. Merke dir

    • moj · tvoj · njegov · njen · naš · vaš · njihov
    • richtet sich nach dem Nomen, nicht dem Besitzer
    • -a feminin, -e neutrum

    Fassen wir zusammen. Sieben Pronomen: moj, tvoj, njegov, njen, naš, vaš, njihov. Alle richten sich nach dem Nomen — -a feminin, -e neutrum. Das Nomen ändert die Form, nicht der Besitzer.